Grüne besichtigen Demeter-Bauernhof in Riedlingen und sprechen über grüne Landwirtschaftspolitik

09. Aug. 2017 –

Der Bundestagsabgeordnete Harald Ebner aus Schwäbisch Hall ist seit 6 Jahren Sprecher für die Themen Gentechnik- und Bioökonomiepolitik in der Bundestagsfraktion der Grünen. Kürzlich besichtigte Ebner mit dem örtlichen Bundestagskandidaten Albert Riedelsheimer und etlichen Interressierten den Demeterhof der Familie Kleinle bei Riedlingen. Auf dem Seibertsweiler Hof werden ca. 50 Milchkühe gehalten. Die Kühe haben noch Hörner und werden auch im Winter mit eigenem Heu gefüttert. Aus eigener Milch wird sehr guten Käse hergestellt. Nach kurzer Vorstellung des Referenten durch Grünen-Bundestagskandidat Albert Riedelsheimer erläuterte Harald Ebner vor ca. 30 Personen auf dem Kratzhof bei Harburg, was die Grünen unter guter Landwirtschaftspolitik verstehen. „Noch gibt es bei uns die bäuerlichen Familienbetriebe, die unsere Kulturlandschaften mit Hecken und Wiesen prägen und Qualitätsprodukte erzeugen.“ Davon seien jedoch auch in unserer Region nur in den letzten 10 Jahren 20% dem "Strukturtsunamie", so Harald Ebner, zum Opfer gefallen. Die Entwicklung hin zu riesigen Flächen ohne Graben, Busch und Strauch wird mit Milliardensummen subventioniert. Gelder aus der 1. Säule der EU Subventionen werden je Hektar ausbezahlt, wobei ein Viertel dieser Zahlungen nur 1% der Betriebe mit riesigen Flächen zugute kommt. Kosten die durch Pestizidschäden und Überdüngung entstehen, trägt ebenfalls der Bürger. Besorgniserregend sind zudem Langzeitstudien, die aufzeigen, das die Insektenmasse bis zu 80% abgenommen hat. Folgen für das Ökosystem, so Harald Ebner, sind nicht abschätzbar. Das angeblich ungefährliche Glyphosat, das schnell abbaubar sei, kann bereits im Frühstücksbrötchen, wie auch im menschlichen Urin nachgewiesen werden. Die Nachfrage nach Ökoprodukten ist groß und wird zunehmend durch Importe bedient, da der einheimische Markt nicht mitgezogen hat. Harald Ebner fordert eine Politik für kleine und mittlere Betriebe, die auch unterstützt, was die Betriebe an Umweltleistungen und in Sachen Tierschutz leisten. Laut Ebner wäre eine verpflichtende Haltungskennzeichnung bei Tieren eine Chance für kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe. Finanzielle Unterstützung könnte zudem sinnvoller über die 2. Säule und mehr EU-Gelder für artgerechte Tierhaltung und eine umweltschonende ökologische Landwirtschaft erfolgen. Die Nachfrage nach Ökoprodukten ist groß und wird zunehmend durch Importe bedient, da der einheimische Markt nicht mitgezogen hat. Harald Ebner verliert aber nicht aus dem Auge, dass der notwendige Umbau hin zu einer umweltschonenden Landwirtschaft ein längerer Prozess sein wird und Übergangsfristen für getätigte Investitionen notwendig sind, und zitiert mit Blick auf die vorher geschilderten ökologischen und ökonomischen Problematiken am Ende des Vortrags eine Überschrift aus der Zeitung die ZEIT, "Mit den Grünen wäre das nicht passiert“, dies ist ein ökologisches und ökonomisches Desaster.

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