• Raimund Kamm

Energiewende und (k)eine Stromtrasse?

11. Mär. 2014 –

Die Stromtrasse bewegt die betroffenen Anwohner der geplanten Gleichstromstrasse Süd-Ost von Bad Lauchstädt nach Meitingen. Doch ist die Energiewende ohne weitere Stromtrassen möglich? Raimund Kamm, ein ausgewiesener Energieexperte, beleuchtete auf Einladung des Ortverbandes Bündnis90/Die Grünen das Thema im Kronensaal in Oberndorf. Nach der Begrüßung der ca. 180 interessierten Bürger durch den Ortsverbandsvorsitzende Harald Hänsel wurde schnell klar, wie komplex die Energiethematik im Detail ist.

Herr Kamm verwies eindringlich auf die Gefahren der Kernenergie und nach der nach wie vor ungeklärten Entsorgung des Atommülls. Dieser strahlt 1 Million Jahre, und (nach wie vor) es gibt (es) weltweit keine Möglichkeit der sicheren Endlagerung. Steinkohle- und vor allem Braunkohleverstromung wiederrum hat durch den enormen CO2-Austoß gravierende Auswirkungen auf unser Klima. Die Folgen durch Dürre, Hochwasser und das ansteigen des Meeresspiegel sind jetzt schon spürbar, und werden sich noch massiv verstärken.

Das Ziel einer nachhaltigen Energiewende ist nur durch einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien möglich. Die Versorgung durch Wasserkraft und Biogas lässt sich fast nicht mehr steigern. Es bleiben also noch Windkraft und Solarenergie. Die Problematik liegt hierbei in der nicht ständigen Verfügbarkeit. Deshalb ist lt. Aussagen von Herrn Kamm nur durch eine großflächige Vernetzung der Stromnetzte eine gesicherte Energieversorgung durch Alternativenergien möglich. Voraussetzung dafür ist aber ein massiver Ausbau der alternativen Energien. Die politischen Entscheidungen der letzten Zeit lassen dies aber nicht erkennen. Der Ausbau der Windkraft in Bayern ist praktisch auf Eis gelegt. 40% des bayerischen Stromes wird aktuell aus der Kernkraft gewonnen. Selbst wenn es gelingt, durch Energieeinsparung und intelligente Geräte den Bedarf zu senken, und die Windkraft und Solarenergie massiv ausgebaut wird, lässt sich der Energiebedarf an regnerischen und windstillem Tagen nach Stilllegung der AKWs nicht ohne Stromimporte decken.

Ist also eine Energiewende ohne neue Stromtrassen gar nicht machbar?
Dieses Thema ist ebenso komplex, und lässt sich nicht eindeutig beantworten. Es gibt kaum verlässliche Informationen zu unserem Stromnetz. Seit den 70-er Jahren wurde kaum in den Ausbau der Stromnetze investiert. Dadurch ist es schwierig zu beurteilen, was machbar und notwendig ist.
Über die Stromtrasse nach Meitingen wird sicher überwiegend Braunkohlestrom fließen. Über die Sinnhaftigkeit darf spekuliert werden, aber trotz allem zweifelt niemand die Notwendigkeit einer gesicherten Stromversorgung an.

Die anschließende Diskussion, moderiert von der Oberndorfer Bürgermeisterkadidatin Ellen Schumacher, zeigte wie vielschichtig das Thema ist. Die Stromtrasse "elektrisiert" die Bürger.
Ob eine Stromtrasse notwendig ist, und wenn ja in welcher Form (über oder unter der Erde, Mindestabstände"¦), lässt sich aktuell nicht eindeutig beantworten. Hier ist sicherlich die Zusammenarbeit von Politik und Wissenschaft gefordert um eine Lösung herbeizuführen. In der Diskussion wurde eindeutig klar, dass die Auseinandersetzung zum Thema Energiewende und Trasse nach den anstehenden Wahlen nicht enden darf und auch nicht enden wird. Der Wiedersand gegen die Trasse ist groß, es wird dazu sicher noch viele hitzige Diskussionen geben.

Ortsgruppe Oberndorf/Eggelstetten/Flein, Bündnis 90/Die Grünen

« Zurück | Nachrichten »

Diese Website ist gemacht mit TYPO3 GRÜNE, einem kostenlosen TYPO3-Template für alle Gliederungen von Bündnis 90/Die Grünen