WEIL WIR HIER LEBEN – GRÜNES Programm für das Donau-Ries 2020-2026

Das Donau-Ries ist ein Landkreis mit hoher Lebensqualität. Damit das auch so bleibt, braucht der Landkreis Donau-Ries neue und mutige Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit. Wir GRÜNE werden unseren Landkreis gemeinsam mit Ihnen so gestalten, dass alle Menschen eine gute Zukunft haben und unsere Lebensgrundlagen und die Artenvielfalt erhalten bleiben. Wir treten an, um sowohl Klimaschutz als auch soziale Gerechtigkeit vor Ort voranzubringen. Wir setzen uns für einen lebendigen Landkreis ein, in dem Transparenz und Bürgerbeteiligung umgesetzt werden. Wir streben an, dass es in jedem Dorf und jeder Stadt ein attraktives Angebot an Bus oder Bahn für alle Generationen und einladende öffentliche Plätze und Räume gibt. Wir werden flächendeckende und wohnortnahe Gesundheitsversorgung und Pflege sicherstellen. Wir unterstützen eine nachhaltige Weiterentwicklung der Wirtschaft und sichern so Wertschöpfung und Kaufkraft in der Region.
Wir wollen mit Ihnen gemeinsam das Donau-Ries zu gestalten, statt nur zu verwalten.

1. KLIMA SCHÜTZEN UND LEBENSGRUNDLAGEN UND ARTENVIELFALT ERHALTEN

Jetzt gilt es umzusteuern, um den Erhalt der Lebensgrundlagen aller sicherzustellen. Daher setzten wir GRÜNE auf Umwelt-, Natur-, und Klimaschutz, die Energiewende und nachhaltige Mobilitätsangebote. Wir machen den Landkreis Donau-Ries klimaneutral und definieren klare Klimaschutzziele und ein Klimaschutzkonzept für den Landkreis. Dazu erachten wir es als sinnvoll, Klimaschutzmanager*innen einzustellen. Wir denken Klimaschutz ganzheitlich und setzen ihn durch die Maßnahmen in den folgenden Bereichen unseres Wahlprogramms konkret um.

1.1 Nachhaltige Mobilität anbieten

Mobil sein ist eine Voraussetzung für die gesellschaftliche Teilhabe jedes Menschen. Wir brauchen für den Landkreis einen Gesamtverkehrsplan, der ökologische Mobilität ermöglicht und dabei moderne Mobilitätskonzepte berücksichtigt. Mobilität wollen wir umwelt- und klimafreundlich gestalten, sie muss emissionsarm werden und gleichzeitig preiswert sein. Unser Ziel ist es, dass die verschiedenen Verkehrsmittel im Landkreis Donau-Ries attraktiv, gut vernetzt und kombinierbar sind. 

  • Fußwege: Kinder und Menschen, die zu Fuß gehen, berücksichtigen wir in der Verkehrsplanung stärker. Fußwege müssen sicher und barrierefrei gestaltet werden. Übersichtlichkeit und Sicherheit an Fußgängerüberwegen müssen bei Planung und Bau Priorität haben.
  • Radwege/Fahrräder: Wir brauchen ein ortsverbindendes und landkreisübergreifendes Radwege-Konzept und den Ausbau der Radwege. Das Radwegenetz muss durchgehend und ohne Unterbrechungen, auch an den Übergängen zu den Nachbarlandkreisen sein. Mit einem Radwege-Aktionskonzept, das den Bau und die Finanzierung beinhaltet, schaffen wir einerseits mehr straßenbegleitende Radwege für Berufstätige und Schüler*innen, die ohne Umwege, sicher, schnell und auf dem kürzesten Weg ans Ziel kommen möchten. Andererseits brauchen wir Radwege für Freizeit und Urlauber*innen, die an Sehenswürdigkeiten, Natur und Biergärten oder Cafés vorbeiführen. Beide Nutzungsmöglichkeiten sollen entsprechend beworben werden. Darüber hinaus muss auch die Fahrradmitnahme in Bus und Bahn sichergestellt werden.  Radwege müssen so gestaltet werden, dass die Sicherheit der Radfahrer*innen insbesondere in Kreuzungs- und Berührungsbereichen mit dem PKW- und LKW-Verkehr oberste Priorität hat.
  • Barrierefreiheit: Mobilität muss für alle nutzbar sein. Deswegen bringen wir den barrierefreien Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) voran. 
  • Mobilitätsgarantie mit Bus und Bahn: Bürger*innen jeden Alters sollen zwischen 5 und 24 Uhr auch die kleineren Orte unseres Landkreises stündlich erreichen können. Daher setzen wir uns für ein flächendeckendes Angebot an Bus- oder Bahnverbindungen ein. Attraktive Rufbusse, Anrufsammeltaxis bzw. Senior*innenbusse müssen schnell im gesamten Landkreis angeboten werden.
  • Reaktivierung Hesselbergbahn: Wir setzen weiterhin engagiert für die Reaktivierung der vorhandenen Bahnstrecken Nördlingen - Wassertrüdingen und Nördlingen – Dinkelsbühl ein.  Wir streben eine einheitliches Bezahlsystem an, das in einen bayernweiten Tarif mündet, damit Menschen nur noch ein Ticket je Fahrt benötigen.
  • E-Mobilität: Für unseren Landkreis benötigen wir ein attraktives Ladestationen-Konzept für E-Autos und E-Bikes. Wir streben ein einheitliches Bezahlsystem an, das an jeder Ladestation funktioniert.
  • Gemeinsame Mobilität: Um Mobilität für alle zu gewährleisten brauchen wir auch Car- und E-Bike-Sharing. In allen Städten im Landkreis wollen wir deshalb Carsharing etablieren. Daneben möchten wir das Mitfahren anstelle vom “Selber Fahren“ durch eine Mitfahr-App oder Mitfahrzentrale sowie Mitfahrbänke erleichtern.
1.2 Energie und Wärme erneuerbar gewinnen

Im Donau-Ries wird bereits sehr viel Energie erneuerbar gewonnen, aber bis zur kompletten Energiewende ist es noch ein weiter Weg.

  • Energiesparkonzepte: Eingesparte Energie muss nicht erzeugt werden, deshalb werden wir verstärkt Konzepte zur Energieeinsparung umsetzen. 
  • Windenergie:  Windenergieerzeugung im Landkreis muss ausgebaut werden. Dabei setzen wir auf frühzeitige Beteiligungsprozesse. Wir streben Windenergieanlagen in den Händen von Kommunen oder Bürger*innen an. Denn zusätzlich zu Biomasse und Sonnenenergie braucht es auch die Windenergie für eine stabile Energieversorgung.
  • Energiemanagement: Wir fordern ein verbessertes Energiemanagement auf lokaler Ebene. Lokale Energieerzeugung und Nutzung müssen eng miteinander verbunden sein. Dazu zählt auch die vermehrte Nutzung von Abwärme aus der Energieerzeugung und der Industrie, die über Nah- und Fernwärme im Umkreis direkt genutzt werden kann. 
  • Lokale Energiespeicher: Energie muss zwischengespeichert werden können. Wir initiieren dafür ein Förderprogramm für den Ausbau der Speichermöglichkeiten, um eine dauerhafte dezentrale Energieversorgung zu ermöglichen.
1.3 Umwelt und Natur schützen

Die Natur in unserem Donau-Ries Kreis ist einmalig. Wir schützen unser Ökosystem, setzen die regional bestehenden Umweltprojekte fort und bauen sie aus.

  • Gesellschaftlicher Umweltschutz: Umweltschutz beginnt im Kleinen, kann aber nur wirkungsvoll sein, wenn wir alle zusammen helfen. Wir werden mit Aktionen und Bildungsangeboten das Wissen über effektiven Umweltschutz verbreiten und festigen. 
  • Baustandards: Wir fordern ökologische Baustandards. Dafür werden wir Richtlinien für ressourcenschonendes und energiesparendes Bauen festlegen. Gebäude müssen entlang ihrer gesamten Lebensdauer von der Herstellung über den Transport bis zur Entsorgung betrachtet werden.
  • Nachhaltige Beschaffungsrichtlinie: Bei Ausschreibungen im Landkreis sollen neben dem Wettbewerb und der Regionalität auch soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt werden. In den Prozessen der Beschaffung, der Ausschreibung sowie der Vergabe sollen sämtliche Spielräume bei ökologischen, sozialen und menschenrechtlichen Kriterien ausgeschöpft werden.
  • Fairtrade: Fairer Handel ist uns wichtig. Deshalb wollen wir ein Zeichen für gerechtere Handelsbeziehungen setzen und Donau-Ries zum Fairtrade-Landkreis machen.
  • Natur- und Umweltschutz: Unsere Flüsse und Seen sind uns wichtig. Den Gewässerschutz und die Renaturierung der Donauauen bringen wir voran. Zudem möchten wir einen ökologischen Hochwasserschutz fördern. Um Pflanzen- und Tierarten zu schützen, müssen Natur- und Landschaftsschutzgebiete erweitert, Biotope vernetzet, alte Bäume erhalten und neue gepflanzt werden. Für Bienen, Schmetterlinge, andere Insekten und Vögel erhalten wir den Lebensraum und schaffen neuen, beispielsweise mit Blühwiesen und der ökologischen Nutzung von Randstreifen. Auf landkreiseigenen Flächen beenden wir den Pestizideinsatz und passen die Mähzeitpunkte an die Vegetation an.
  • Müllreduktion und -vermeidung: Der Landkreis Donau-Ries hat seit Jahren steigende Zahlen im Müllaufkommen. Insbesondere die Kunststoffabfälle stellen eine große Herausforderung dar. Wir GRÜNE stellen uns diesem Problem. Dazu brauchen wir eine kommunale Strategie zur Plastikvermeidung und zur Erhöhung der Recyclingquote. Dabei unterstützen wir Initiativen wie Unverpacktläden. Auch achten wir darauf, dass der Landkreis selbst verpackungsarm einkauft.
1.4 Nachhaltige Landwirtschaft fördern

Wir brauchen und unterstützen unsere Landwirtschaft. Die Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Dem Höfesterben und dem „Wachsen statt weichen” wollen wir entgegenwirken. Neben der Erzeugung von Lebensmitteln, zählt auch der Anbau von Energiepflanzen und die Erzeugung von regenerativer Energie immer stärker zu den Aufgaben der Landwirtschaft. Durch den zunehmenden globalen Wettbewerb stehen Landwirtinnen und Landwirte verstärkt im Spannungsfeld von Ökonomie und Ökologie. Wir sind überzeugt: Gute und nachhaltig erzeugte Lebensmittel und Produkte benötigen faire Preise für die Erzeuger*innen. Um eine nachhaltige ressourcenschonende Landwirtschaft weiterzuführen und zu erreichen, die unsere einmalige Landschaft und Artenvielfalt im Donau-Ries schont, fordern wir

  • Regionale Vermarktung: Wir wollen die regionale Vermarktung von Lebensmitteln und Produkten durch die Fortführung bestehender und die Entwicklung neuer Vermarktungsstrategien stärken. Dies spart Energie durch kurze Transportwege, erhöht die Transparenz durch kurze Handelsketten und stärkt die Bindung von Erzeuger*innen und Kund*innen. Öffentliche Kampagnen für regionale Lebensmittel und gegen Lebensmittelverschwendung gemeinsam mit den Bäuerinnen und Bauern treiben wir voran. Zudem wollen wir Bildungs- und Informationsangebote intensivieren.
  • Regionale Produkte in öffentlichen Kantinen und Küchen: Die Küchen in Kitas, Schulen, Behörden, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen im Donau-Ries kochen jeden Tag tausende von Mahlzeiten. Wir können hier Vorreiter sein und müssen verstärkt regionale und mehr biologisch erzeugte Produkte in öffentlichen Küchen einsetzen.
  • Grüner Tisch: Eine nachhaltige Landwirtschaft kann nur im Konsens von Gesellschaft und Landwirtschaft entstehen. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass sich Vertreter von Politik, Gesellschaft/Handel und Landwirtschaft regelmäßig treffen und austauschen.

2. ZUSAMMENHALT UND EIN GUTES SOZIALES KLIMA SICHERN

Wir GRÜNE machen uns dafür stark, dass alle Menschen im Donau-Ries miteinander gut leben können.

2.1 Teilhabe und Beteiligung für die ganze Gesellschaft ermöglichen

Wir GRÜNE haben eine gesellschaftliche Vision für den Landkreis, die sozial, inklusiv und integrativ ist.

  • Sozialer Landkreis: Um den Landkreis sozialer zu gestalten benötigen wir weiterhin eine Bevölkerungsprognose, eine Sozialraumanalyse sowie einen Armutsbericht. Diese sehen wir als wichtige Mittel, um die Politik bedarfsgerecht zu gestalten und um Menschen aus der Armut zu helfen.
  • Integration: Angesichts von Zuzug und Migration bleibt die Integration eine wichtige Aufgabe. Wir richten deshalb einen Integrationsbeirat auf Landkreisebene ein, um die jeweiligen Bedürfnisse von Neuangekommenen aus erster Hand berücksichtigen zu können. Im Bereich Asyl soll die Unterbringung in kleinteiligen Wohneinheiten organisiert werden, um Integration und die Arbeit von Helfer*innenkreisen besser möglich zu machen.
  • Gleichstellung: In allen Politikbereichen lässt sich das Thema Gleichstellung aufgreifen. Insbesondere in der Unterstützungsstruktur von Frauen in prekären Situationen benötigen wir Verbesserungen. So muss beispielsweise das Angebot an Frauenhausplätzen ausgeweitet werden, um den Bedarf, der sich in den vergangenen Jahren gezeigt hat, decken zu können. Darüber hinaus setzen wir uns im Landratsamt und in den kreiseigenen Einrichtungen für eine gleichberechtigte Besetzung aller Stellen ein und bauen Job-Sharing-Angebote aus.
  • Beteiligung Mitreden, Mitentscheiden, Mitmachen: Die Beteiligung der Bürger*innen sehen wir als wichtigen Baustein für einen aktiven Landkreis, an. Deshalb wollen wir, dass Bürger*innen, Vereine und Initiativen auf allen Ebenen in politische Entscheidungen eingebunden werden. Und zwar schon vor dem Erreichen des formalen Wahlalters. Dazu soll es spezielle Beteiligungsformate auf Landkreis- und Gemeindeebene geben. Welche Formate oder Institutionen dazu eingerichtet werden, wird schon in einem partizipativen Prozess mit den Jugendlichen, Bürger*innen und Vertreter*innen entwickelt. Der Landkreis soll dabei eine Vorreiterrolle einnehmen und die Gemeinden durch Beratung oder durch Bereitstellung erprobter Methoden unterstützen. Zudem soll sich die Beteiligung nicht nur auf politische Ebenen beschränken, sondern durch Genossenschaften auch wirtschaftlich erfolgen.
  • Transparenz: Beim Handeln von Politik und Verwaltung ist Transparenz äußerst wichtig. Für uns ist es entscheidend, dass die Grundlagen und die Entstehungsprozesse von Entscheidungen für die Bürger*innen nachvollziehbar sind. Wir setzen uns deshalb für ein benutzer*innen-freundliches Bürger*innenportal für den Landkreis und die barrierefreie Gestaltung der Homepage ein.
  • Digitale Verwaltung:  Wir stehen für den umfassenden Ausbau der Online-Dienstleistungen des Landratsamtes als weiteres, bürger*innenfreundliches Angebot neben dem Besuch im Landratsamt. Dabei ist auf eine niederschwellige Nutzbarkeit zu achten.
  • Kunst & Kultur – Sport & Freizeit: Auch diese Aspekte machen eine Gesellschaft aus. Kunst und Kultur sind essenziell für die Lebensqualität und Gemeinschaft in Städten und Gemeinden, denn sie können Menschen zusammenbringen und so den Zusammenhalt stärken. Wir wollen dazu öffentliche Freiräume schaffen. Zudem bauen wir bestehende Förderung aus, um auch junge Künstler*innen und Kulturschaffende sowie Subkultur zu unterstützen.
2.2 Kinder, Jugend und Familien im Landkreis unterstützen
  • Familie: Wir wollen das Bündnis für Familie weiter fördern und aufwerten. Mit sozialräumlich organisierten Familienstützpunkten im Landkreis schaffen wir Begegnungsräume, die von allen für Austausch, Beratung und Unterstützung genutzt werden können. 
  • Kinder- und Jugendhilfe: Die Kinder- und Jugendhilfe bei den öffentlichen und freien Trägern muss personell gut aufgestellt werden, damit Kindern, Jugendlichen und Familien in schwierigen Lebenslagen ohne Wartezeit und kompetent geholfen werden kann. Zusätzlich etablieren wir ein Beratungsangebot für queere Jugendliche.
  • Jugendarbeit: Den Kreisjugendring Donau-Ries statten wir sowohl personell als auch finanziell so aus, dass er seine hervorragenden Angebote für unsere Kinder und Jugendlichen fortsetzen und weiterentwickeln kann. Die offene Jugendarbeit stärken wir ebenso.
  • Raum für Jugendliche: Kommunen möchten wir dabei unterstützen, Jugendlichen Räume und Areale zu überlassen, in denen sie selbstorganisiert aktiv sein können und durch sozialpädagogische Fachkräfte unterstützt werden.
  • Bürgerliches Engagement: Der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft lebt von einem aktiven Vereinsleben und dem breiten bürgerlichen Engagement vom Sportverein bis zur Feuerwehr. Diese Strukturen wollen wir weiter stärken und Ehrenamt durch mehr hauptamtliche Beratung, z.B. in Rechtsfragen unterstützen.
  • Leben in der Nachbarschaft: Den Ausbau von Nachbarschaftshilfen in den Kommunen unterstützen und stärken wir. Dabei nutzen wir neue Wege im Rahmen des Digitalen Wandels. Mit einer Angebotsplattform werden wir Angebot und Nachfrage unkompliziert zusammenbringen. Dies trägt dazu bei, dass ältere Menschen auch selbstbestimmt zuhause leben können.
  • Miteinander: Wir möchten Kommunen bei der Schaffung von Begegnungsräumen unterstützen.
2.3 Gesundheit und Pflege zukunftsfest machen

Gesundheit ist ein kostbares Gut. Deshalb stehen wir dafür ein, dass jede*r Bürger*in wohnortnah Zugang zu einer modernen und ganzheitlichen Gesundheitsversorgung und -prävention hat. Gute Pflege braucht gute individuelle, ambulante, teilstationäre und stationäre Angebote und Fachpersonal. Für pflegende Angehörige sind Entlastungsangebote notwendig. Pflegebedürftigkeit kann in allen Lebensphasen auftreten und braucht deshalb individuelle und spezialisierte Angebote und in der letzten Lebensphase eine palliative Begleitung und Pflege.

  • Infrastruktur: Wohnortnah muss eine ärztliche Grundversorgung gewährleistet sein. Um die Infrastruktur von Hausarzt- und Facharztpraxen weiter auszubauen muss es kommunale Unterstützung und Anreize für Ärzt*innen geben. Auch muss es mehr Vernetzung unter Einbindung der Kliniken, wie Facharztzentren, oder stationäre und ambulante Behandlung beim fachärztlichen Klinikteam geben. Wir fordern einen Pflegestützpunkt für den Landkreis und weitere Anlaufstellen, an denen kompetente und ganzheitliche Beratung und Unterstützung geleistet wird. Es braucht ein gutes Netz an Sozialstationen und hauswirtschaftlichen Diensten; außerdem genügend Angebote zu Tagespflege, Nachtpflege zu 24-Stunden-Pflege oder zur Wochenpflege. Wir setzen uns auch für Pflegewohngruppen, wie beispielsweise Demenz-WGs ein. Das Angebot für psychisch kranke Menschen wollen wir ebenfalls ausbauen. Bei der Palliativ-Care stärken wir die bestehenden Angebote und erweitern sie. Zudem unterstützen wir den Hospizverein im Bau eines Hospizes im Landkreis Donau-Ries.
  • Donau-Ries Kliniken und Seniorenheime (gKU Donau-Ries): Wir fordern die Eingliederung der Mitarbeiter*innen der vom gKU beauftragten Servicegesellschaft. Am gKU sollen alle Angestellten direkt angestellt werden. Bezüglich des Entlassungsmanagement der Donau-Ries-Kliniken fordern wir, dass alle Patient*innen grundsätzlich die für zwei bis drei Tage nötigen Medikamente oder Verbandsmaterialien bei der Entlassung mit nach Hause bekommen. Nach dem Motto „Gesund alt werden“ muss das Klinikpersonal im Bereich der Kommunikation und dem Umgang mit dementiell veränderten oder geistig-/ mehrfahrbehinderten entsprechende Fortbildungen erhalten. Zudem brauchen wir Kurzzeitpflegeplätze, die an den gKU-Seniorenheimen oder an der Rehabilitation in Oettingen angegliedert sind.
  • Entlastungsangebote für pflegende Angehörige: Pflegende Angehörige von Senior*innen und behinderten Menschen brauchen Entlastungsangebote. Deshalb unterstützen wir den Ausbau von Kurzzeitpflegeplätzen an Seniorenheimen und Einrichtungen der Behindertenhilfe und die Schaffung von Tagespflegeplätzen.
  • Selbstständigkeit im Alter: Für selbstständiges und selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter schaffen wir niederschwellige, wohnortnahe, aktivierende Angebote und Nahversorgung für die Anforderungen des täglichen Lebens.
  • Seniorenpolitisches Gesamtkonzept: Wir schreiben das seniorenpolitische Gesamtkonzept regelmäßig fort, um dem demographischen Wandel adäquat zu begegnen. Das bedeutet für uns aktive Gestaltung und flächendeckende Umsetzung durch folgende Maßnahmen: Wir möchten Beratungskampagnen und Beteiligungsworkshops für Kommunen und Bürger*innen und für individuelle Lösungen in den Kommunen ins Leben rufen. Außerdem muss bürgerschaftliches Engagement von und für Senior*innen gefördert und Barrierefreiheit im öffentlichen Raum sichergestellt werden. Wir möchten Wohnangebote sowie Sport-, Präventionskurse und Freizeitprogramme, z.B. Sturzprophylaxe-Kurse fördern. Zur Schaffung von Begegnungsräumen und Mittagstischangebote für Senior*innen in jeder Kommune vernetzen wir die Kommunen.
  • Task-Force „Fachkräfte in der Pflege“: Wir planen eine Task-Force aus dem Netzwerk aller Träger und Institutionen von Klinik- und Pflegeanbietern aus dem Landkreis zu gründen. Ergebnisse können sein: ein Imagefilm, flexiblere Arbeitsmodelle, Fortbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, kostenlose Prävention- und Potenzialförderkurse, ein Konzept für ausländische Mitarbeiter*innen (Wohnen, Familie, Sprache), ein Pool an „mobilen Reserven“, etc.
2.4 Bezahlbares und zur Lebenssituation passendes Wohnen ermöglichen

Weil wir alle hier gut wohnen wollen, setzen wir GRÜNE uns für eine soziale und gerechte Wohnsituationen im Donau-Ries-Kreis ein.

  • Ungleichheiten zwischen Stadt & Land: Ob Bürger*innen im Landkreis in städtischen oder in ländlichen Gebieten wohnen, soll weiterhin eine freie Entscheidung sein. Um das zu ermöglichen, müssen jedoch nachteilige Ungleichheiten abgemildert oder abgebaut werden. Die vorhandenen Strukturen, wie beispielsweise Dorfläden, sollen weiter gestärkt werden und auch dezentrale Einrichtungen für die Kleinsten, wie Kitas oder Grundschulen, sollen erhalten werden.
  • Wohnungslose: Die Unterbringung von Wohnungslosen durch die Kommunen werden wir durch Beratung und Vernetzung zur Bereitstellung von Übergangswohnraum in kommunaler Zusammenarbeit unterstützen.
  • Wohnungsbau: Wir planen eine Stärkung von kommunalen Wohnungsbaugesellschaften mit Beteiligung des Landkreises. Der Landkreis soll Wohnungen für Mitarbeiter*innen des Kreises zur Verfügung stellen. Der Landkreis Donau-Ries soll künftig eine aktive und selbstbestimmte Liegenschafts- und Bodenpolitik betreiben.
  • Wohnungsmarkt: Wir setzen uns für eine Wohnungsbörse ein, damit Bürger*innen erleichtert freiwilligen Wohnungen tauschen können und eine zur Lebenssituation passende Wohnungsgröße erreichen.

3. EINEN ATTRAKTIVEN LANDKREIS GESTALTEN

Den Landkreis Donau-Ries wollen wir GRÜNE als attraktiven, umweltbewussten, zukunftsorientierten und einladenden Landkreis gestalten.

3.1 Wirtschaft und Arbeit innovativ voranbringen

Arbeit und Wirtschaften im Landkreis Donau-Ries ist geprägt von starken Unternehmen, gut ausgebildeten und engagierten Arbeitnehmer*innen, Selbstständigen und einem enormen Fachwissen. Die Zukunft für einen nachhaltigen Erfolg der Donau-Rieser Wirtschaft liegt in der ökologischen Modernisierung und der Fachkräftesicherung.

  • Nachhaltige Wirtschaftsförderung: Die Förderung von Gründer*innen und neuen Talenten ist eine Aufgabe der kommunalen Wirtschaftsförderung. Außerdem wollen wir die Potenziale regionaler Wirtschaftskreisläufe und einer gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit nutzen. Wir wollen eine Plattform schaffen, um Einzelhandel und Selbstständige für regionale Vermarktung zu vernetzen. Auch die Vernetzung von Kommunen, Unternehmen, Hochschulen und Verwaltung treiben wir voran, um Kooperationen und Wissenstransfer zu erleichtern. Die kommunale Wirtschaftsförderung soll an nachhaltigen Kriterien wie Ökologie, Lebensqualität, Mitbestimmung, Sozialstandards und Geschlechtergerechtigkeit und den globalen Nachhaltigkeitszielen ausgerichtet sein. Außerdem sollen regionale Produkte und Dienstleistungen, nachhaltiger Tourismus, Klimaverträglichkeit und der sparsame Umgang mit Gewerbeflächen gefördert werden.
  • Handwerk: Ob Häuser gedämmt oder intelligente Netze installiert werden - Handwerker*innen sind die Profis, die das vor Ort umsetzen. Deshalb unterstützen wir das Handwerk und mittelständische Unternehmen, um ihre Aus- und Weiterbildung insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und Klimaschutz weiterzuentwickeln.
  • Öko-Modellregion: Wir setzen uns für eine Bewerbung unseres Landkreises als Öko-Modellregion ein und machen den Landkreis zur Öko-Modellregion.
  • Attraktives Arbeiten im Donau-Ries: Gemeinsam mit den hiesigen Firmen und Unternehmen möchten wir das Werben für die Arbeitsstellen im Landkreis weiterentwickeln und noch mehr Fachkräfte gewinnen.
  • Vereinbarkeit von Beruf & Familie: Wir GRÜNE wollen Voraussetzungen dafür schaffen, dass im alltäglichen Zusammenleben vor Ort die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine Selbstverständlichkeit ist. Dazu brauchen wir gute und ortsnahe Kinderbetreuung mit flexiblen Öffnungszeiten und familienfreundlichen Mobilitätsangeboten.
3.2 Den Landkreis attraktiv weiterentwickeln

Zusätzlich zu den bestehenden Strukturen bringen wir GRÜNE den Donau-Ries Kreis voran, setzen innovative Ideen um und denken bestehende Konzepte neu.

  • Attraktive Infrastruktur: Das Donau-Ries braucht einen Plan für eine maßvolle und zielgerichtete Entwicklung in unserem Landkreis. Wir GRÜNE fordern eine wohnortnahe Lebensmittelversorgung anstelle von Einkaufszentren auf der grünen Wiese. Zudem sind überall flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet- und Glasfaseranschlüsse für jedes Haus sehr wichtig. Wir unterstützen Initiativen für freies W-LAN in kommunalen Gebäuden und im öffentlichen Raum. Zudem möchten wir die Digitalisierung nutzen, um den ÖPNV mit nachfrageorientierten Angeboten auszubauen.
  • Flächenverbrauch: Wir fordern eine effiziente Nachnutzung bestehender Gewerbeflächen. Neue Gewerbeflächen wollen wir nur dann ausweisen, wenn kommunale Ziele nicht anders erreicht werden können. Trotz Eindämmung des Flächenverbrauchs, planen wir Raum für den Bau von Wohnungen und Gewerbe, beispielsweise durch das Überplanen großflächiger Parkplätze oder durch das Aufstocken von Flachbauten. Freie Grundstücke innerhalb der Städte und Dörfer sowie leerstehende Gebäude bieten Möglichkeiten zur weiteren Entwicklung. Außerdem planen wir die Mobilisierung von Flächen im Ortsinneren sowie eine starke Infrastruktur.
  • Nachhaltige öffentliche Bauvorhaben: Wir setzen uns im Landkreis bei Bauprojekten für Energieeffizienz und die konsequente Verwendung ökologischer Baustoffe ein sowie für ein Kostenmonitoring durch eine fundierte Projektsteuerung, um Kostenexplosionen und Bauverzögerungen zu verhindern.
  • Nachhaltige Produktkreisläufe: Wir wollen Repair-Cafés, Self-Made-Cafés und offene Werkstätten fördern und die Einrichtung neuer unterstützen. Dort sollen Bürger*innen die Möglichkeit haben, die Dinge des täglichen Lebens, wie Fahrräder, Möbel, Kleidung oder elektronische Geräte wieder in Stand zu setzen.
  • Tourismus: Der Landkreis Donau-Ries muss sich als attraktive Tourismusregion weiterentwickeln und dabei rundum auf Nachhaltigkeit setzen. Dazu brauchen wir Unterstützungsangebote für Hotels und Gastronomie. Auch für den Tourismus ist das Radwegenetz, welches über den Landkreis hinaus vernetzt ist, essenziell. Das Erreichen des Landkreises als Erholungsgebiet mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und mit dem Fahrrad wird offensiv beworben. Wir wollen den Landkreis in der Außendarstellung für den Tourismus proaktiv mit den schützenswerten Naturattraktionen in Verbindung mit sanftem Qualitätstourismus bewerben.

 

Das gesamte Programm finden Sie auch hier (PDF, 237 KB) zum Download.

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